Nahost

Liveticker Iran-Krieg – Reuters: Teheran rekrutiert "Wegwerf-Agenten" in Deutschland

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
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  • 9.05.2026 17:09 Uhr

    17:09 Uhr

    Vater und Tochter im Südlibanon bei israelischem Drohnenangriff ums Leben gekommen

    Wie die emiratische englischsprachige Tageszeitung The National berichtet, wurden bei einem israelischen Luftangriff ein Vater und seine zwölfjährige Tochter im Libanon getötet. Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge ist der Angriff in mehreren Schüben erfolgt. 

    Vater und Tochter hatten am Samstagvormittag in der südlibanesischen Stadt Nabatieh in der Nähe einer Sekundarschule Vorräte besorgt, als die Drohnenattacke begann. Nach Angaben libanesischer Beamter überlebten beide zunächst den Angriff und versuchten auf einem Motorrad zu fliehen. Der zweite Treffer durch die Drohne tötete den Vater, die Tochter konnte noch 100 Meter weit fliehen und wurde dann auch so schwer getroffen, dass sie später in einem Krankenhaus verstarb.

    Das libanesische Gesundheitsministerium verurteilte den Angriff und bezeichnete ihn als vorsätzlichen Angriff auf Zivilisten und als schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts. Bei der Familie soll es sich um Flüchtlinge aus Syrien gehandelt haben. Der libanesischen Journalistin Nada Maucourant Atallah zufolge hätten sich Vater und Tochter während des Angriffs außerhalb der von der israelischen Armee durch eine Gelbe Linie markierten Zone befunden. Eine Stellungnahme der IDF zu dem Vorfall liegt noch nicht vor.

  • 16:44 Uhr

    Iranisches Parlament wird am Sonntag aus Sicherheitsgründen online tagen

    Dem iranischen Nachrichtenportal Tabnak zufolge wird die Sitzung des iranischen Parlaments am morgigen Sonntag zum ersten Mal als reine Videokonferenz stattfinden. Dies teilte ein Pressesprecher des Madschlis Tabnak-Journalisten mit. Aufgrund der aktuellen Lage werde das Parlament seine öffentliche Sitzung nur online abhalten. Hauptthema der Sitzung werden die massiven Preissteigerungen sein, die der iranischen Bevölkerung sehr zu schaffen machen.

    Die letzte öffentliche Sitzung hatte Mitte Februar stattgefunden, noch vor Beginn des US-amerikanischen und israelischen Angriffs auf Iran. Während des Krieges hatten lediglich einige parlamentarische Kommissionen getagt. Nachdem die USA und Israel während des Krieges Dutzende hochrangiger iranischer Militärs und Politiker hatten ermorden lassen, lässt das Parlament trotz der derzeitigen Waffenruhe offenbar lieber Vorsicht walten.

  • 15:28 Uhr

    Israel: Verhaftete "Gaza-Flotilla"-Teilnehmer vor Freilassung

    Zuständige Behörden werden laut Mitteilung israelischer Medien noch heute zwei ausländische Aktivisten der sogenannten "Gaza-Flotille" freilassen, die in der Vorwoche von einem der nach Gaza fahrenden Schiffe festgenommen und nach Israel überführt wurden .

    Laut Planung sollen sie im Vorfeld ihrer Abschiebung an die Einwanderungsbehörden übergeben werden, teilt die Menschenrechtsorganisation mit, die sie juristisch vertritt. So heißt es in einer Mitteilung:

    "Heute hat der israelische Geheimdienst Shabak das Rechtsteam von Adalah darüber informiert, dass die Aktivisten und Anführer der Global Sumud Flotilla (GSF), Thiago Avila und Saif Abukeshek, heute, am Samstag, dem 9. Mai 2026, aus der israelischen Haft entlassen werden."

    Der spanische Staatsbürger Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Avila wurden letzte Woche zur Vernehmung nach Israel verbracht, nachdem ihre Flottille von der israelischen Marine in internationalen Gewässern vor der Küste Griechenlands abgefangen und geentert worden war.

    Zuvor schaltete sich auch die UN-Menschenrechtsgruppe "Special Procedures" in die Causa ein, bestehend aus unabhängigen Menschenrechtsexperten, um unmissverständlich zu der Verhaftung zu erklären:

    "Die offensichtliche Leichtigkeit, mit der Israel diese Maßnahmen durchgeführt hat, lässt Befürchtungen hinsichtlich einer möglichen Komplizenschaft europäischer Regierungen aufkommen."

  • 14:16 Uhr

    Libanesischer Ministerpräsident zu offiziellem Besuch in Syrien eingetroffen

    Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam ist am Samstag zu seinem zweiten offiziellen Besuch in Syriens Hauptstadt Damaskus seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr eingetroffen.

    Wie die syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet, stehen bei dem heutigen Besuch "Gespräche über verschiedene Bereiche der Zusammenarbeit" zwischen den beiden Ländern auf der Tagesordnung. Dabei kam es zu einem Treffen mit Syriens Interimspräsident Ahmed al-Scharaa.

    Eine libanesische Delegation begleite die Gespräche über den Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Energie, so Agenturmeldungen.

  • 13:44 Uhr

    Bahrain: 41 Inhaftierungen wegen Spionageverdachts für Iran

    Das Innenministerium von Bahrain teilt laut arabischen Agenturmeldungen mit, dass "41 Personen festgenommen" wurden, die angeblich Verbindungen zum Korps der Islamischen Revolutionsgarden des Iran (IRGC) gehabt hätten. Genauere Informationen zu möglichen Ausländern oder Herkunftsländern wurden dabei nicht berichtet.

    So heißt es in der Meldung der Nachrichtenagentur BNA:

    "Das Ministerium teilte mit, die Sicherheitsbehörden hätten eine Gruppe aufgedeckt, die Verbindungen zum iranischen IRGC habe, und fügte hinzu, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auch Fälle im Zusammenhang mit Sympathien für iranische Angriffe umfasst hätten."

    Eingeleitete Gerichtsverfahren gegen die Festgenommenen würden laut BNA-Meldung parallel zu weiteren Durchsuchungs- und Ermittlungsmaßnahmen "gegen alle Personen erfolgen, deren Beteiligung an den Aktivitäten dieser Organisation oder an rechtswidrigen Handlungen nachgewiesen wurde".

    Mit Beginn der US‑israelischen Luftattacken gegen Iran Ende Februar startete die iranische Armee wenige Tage später auch Raketen- und Drohnenangriffe auf Anrainerstaaten, die US-Militärstützpunkte beheimaten, darunter auch Bahrain.

  • 13:00 Uhr

    ZDF-Korrespondentin feiert US-Angriff auf Iran: "Hab auf dem Hotelflur getanzt"

    Die ZDF-Korrespondentin Golineh Atai präsentierte Paul Ronzheimer ihre Vorstellung journalistischer Neutralität zum Krieg gegen Iran. Im Podcast des Stellvertretenden Bild-Chefredakteurs schilderte die in Teheran geborene Journalistin ihre Freude über den US-israelischen Angriff auf Iran: "Wir waren in Jordanien und ich habe angefangen, nach Mitternacht auf dem Hotelflur zu tanzen."

    ls Paul Ronzheimer nachhakte, wann sich ihr "Jubel" über den völkerrechtswidrigen Angriff gelegt habe und sie wieder zur "Realität" zurückgekehrt sei, bekräftigte die Leiterin des ZDF-Studios in Kairo: "Der Jubel ist immer noch da." Auf die Frage, ob sie versucht habe, direkt aus Iran zu berichten, antwortete Atai, die nach eigenen Angaben im Alter von fünf Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland zog: "2008 war meine letzte Reise."

    Golineh Atai berichtete in der Vergangenheit als ARD-Moskau-Korrespondentin bereits über den Ukraine-Konflikt und stellte den Euromaidan als eine authentische Graswurzelbewegung dar.

  • 12:37 Uhr

    Südlibanon: Israelische Armee fordert erneut Bewohner mehrerer Dörfer zur Flucht auf

    Das israelische Militär (IDF) forderte am Samstagmorgen erneut die Bewohner von Dörfern im Südlibanon auf, ihre Häuser unverzüglich zu verlassen, da "Angriffe auf mutmaßliche Hisbollah-Ziele" geplant seien, so die Webseite Naharnet berichtend.

    Der IDF‑Pressesprecher Avichay Adraee drohte dabei den Bewohnern von neun gelisteten Dörfern auf X:

    "Zu Ihrer eigenen Sicherheit müssen Sie Ihre Häuser unverzüglich verlassen und sich in einer Entfernung von mindestens 1.000 Metern zu den Dörfern und Städten in offenes Gelände begeben. [...] Jeder, der sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern, deren Einrichtungen und Kampfmitteln aufhält, bringt sein Leben in Gefahr."

    Bei bereits erfolgten Angriffen in den letzten Tagen kam es erneut zu Toten und verletzten Zivilisten sowie laut IDF‑Angaben auch zu Tötungen von Hisbollah-Angehörigen. 

    In einem weiteren X-Beitrag erklärte der Pressesprecher, dass IDF-Kräfte in den letzten 24 Stunden "in mehreren Gebieten im Libanon mehr als 85 Infrastruktureinrichtungen der Terrororganisation Hisbollah angegriffen" hätten.

  • 12:04 Uhr

    Telefonat zwischen Teheran und Ankara

    Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat laut der iranischen Agentur IRNA ein Telefongespräch mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan geführt, "um die jüngsten regionalen Entwicklungen und die laufenden diplomatischen Bemühungen zu erörtern", so die Meldung bestätigend.

    Während des Gesprächs, das bereits am Freitag stattgefunden hat, informierte Araghtschi seinen Amtskollegen in Ankara "über die jüngsten Initiativen Irans, die auf eine dauerhafte Beendigung des andauernden, aufgezwungenen Krieges in der Region abzielen". 

    Der iranische Außenminister erklärte demnach gegenüber Fidan, dass Washington aus Sicht Teherans die Waffenstillstandsvereinbarungen gezielt untergrabe und die Spannungen durch Militärmanöver verschärfe. In der IRNA-Meldung wird er folgendermaßen zitiert:

    "Ein solches destruktives Verhalten schwäche nur den Weg der Diplomatie und verstärke die Skepsis Irans hinsichtlich der Aufrichtigkeit der amerikanischen Seite."

    Die vorliegende Skepsis ergäbe sich aus den jüngsten "riskanten Schritten und der beleidigenden Rhetorik hochrangiger US‑Beamter". So sprach US‑Finanzminister Bessent wörtlich von "Ratten" im Rahmen eines X-Beitrags.

    Araghtschi betonte in dem Telefonat, dass die Beendigung der "rechtswidrigen Aggressionen" sowie der "überzogenen, unvernünftigen Vorgehensweisen der Gegenseite" für den Fortgang des aktuellen diplomatischen Prozesses unerlässlich sei.

    Sein türkischer Amtskollege erklärte, dass Ankara seine Unterstützung für die laufenden diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung fortsetzen werde.

  • 11:14 Uhr

    Zentralversicherungen Irans nennen die Zahl von 30.000 zerstörten Autos

    Arabischen Agenturmeldungen zufolge haben die iranischen Zentralversicherungen "Central Insurance Company" und "Iran Insurance" zu den Auswirkungen der US‑israelischen Angriffe auf Iran anhand der Schadensmeldungen von Betroffenen vorläufige Zahlen ermittelt.

    So wären demnach seit dem 28. Februar "etwa 30.000 Autos beschädigt" worden.

    Laut den Meldungen wären dabei "Schäden unter 30 Millionen Toman (387 US-Dollar) in den letzten Wochen bereits ausgezahlt worden", so die Vertreter, die hinzufügten, dass "Fälle mit Schäden über diesem Betrag in naher Zukunft bearbeitet würden", so die Angaben.

  • 10:36 Uhr

    US-Finanzministerium verhängt weitere Wirtschaftssanktionen gegen iranische Unternehmen

    Das US-Finanzministerium hat im Rahmen einer Mitteilung angekündigt, Sanktionen "gegen zehn Personen und Unternehmen" zu verhängen, aufgrund des Vorwurfes, diese hätten die iranischen Streitkräfte "bei der Beschaffung von Waffen und Rohstoffen unterstützt".

    Die Betroffenen wären mit "Sitz in verschiedenen Ländern im Nahen Osten, in Asien und Osteuropa" ermittelt worden, führte das Ministerium weiter aus.

    Der Vorwurf lautet erweitert, dass aktiv "die Bemühungen des iranischen Militärs unterstützt werden, sich Waffen sowie Rohstoffe zu beschaffen, die in der Shahed-Serie unbemannter Luftfahrzeuge (UAVs) und im iranischen Programm für ballistische Raketen zum Einsatz kommen".

    US-Minister Scott Bessent wird mit den Worten zitiert:

    "Unter der entschlossenen Führung von Präsident Trump werden wir weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit Amerikas zu gewährleisten, und gegen ausländische Personen und Unternehmen vorgehen, die das iranische Militär mit Waffen für den Einsatz gegen US-Streitkräfte beliefern."

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