Landtagswahlen 2026

Peinlicher Patzer: SPD zieht mit Nazi-Slogan gegen die AfD in den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

Mit dem Slogan "Wir sind der Deich" führen die Sozialdemokraten in Sachsen-Anhalt ihren Wahlkampf gegen die AfD. Doch nun wurde ein peinliches Detail bekannt: Die Zeile stammt wortwörtlich aus einem Nazi-Lied von 1936. Ein Sprecher der SPD bemühte sich daraufhin um Schadensbegrenzung.
Peinlicher Patzer: SPD zieht mit Nazi-Slogan gegen die AfD in den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt© SPD Sachsen-Anhalt

Im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt wirbt die SPD mit dem Slogan "Wir sind der Deich". Das Motto prangt auf zahlreichen Wahlplakaten. Auch in einem Wahlwerbespot bemühen die Sozialdemokraten das Bild vom Deich, der eine "blaue Welle" – gemeint ist natürlich die AfD – aufhalten soll. 

Was der Sachsen-Anhalt-SPD allerdings offenbar entgangen ist: Der Slogan "Wir sind der Deich" stammt wortwörtlich aus einem Lied der Nationalsozialisten von 1936. In dem Lied "Wir tragen das Vaterland in unsern Herzen", das 1936 als Pflichtlied des Reichsarbeitsdienstes gesungen wurde, heißt es in der ersten Strophe: "Denn wir sind das Reich, und wir sind der Deich um Volk und Arbeit und Freiheit zugleich."

Zuerst hatte NIUS über diesen für die SPD peinlichen Fauxpas berichtet. Gegenüber dem Nachrichtenportal nahm ein Sprecher der SPD zum Wahlkampf-Slogan Stellung: "Die Metapher vom Deich als gemeinschaftlicher Schutz hat eine eigenständige und weit darüber hinausgehende Verwendungsgeschichte. Bereits im Zusammenhang mit der Oderflut 1997 wurde 'Wir sind der Deich' in der Berichterstattung als Bild für Zusammenhalt und gemeinsamen Schutz vor dem Hochwasser verwendet."

Zudem hätten noch im März dieses Jahres die "Omas gegen Rechts" die Formulierung bei Demonstrationen gegen Rechtsextremismus verwendet, argumentierte der SPD‑Sprecher. "Der Versuch, durch die isolierte Heranziehung einer Textzeile aus einem uns bislang unbekannten Lied einen vollkommen anderen Zusammenhang herzustellen, können wir deshalb nicht nachvollziehen", so der Sprecher.  

Auch wenn die SPD einen Bezug zu dem Nazi-Lied zurückweist und es diesen wahrscheinlich auch tatsächlich nicht gibt, so kann sie sich des Spotts in den sozialen Medien sicher sein: Mit einem Nazi-Slogan die AfD kleinhalten zu wollen, kann man durchaus unter Realsatire verbuchen.

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